Die von mir geteste wireless HDMI-Lösung von Epson entspricht dem WiHD-Standard mit dem 60 GHz Freuquenzband und sollte somit keine Störungen im Wlan verursachen. Mit der Betonung auf sollte, denn bei mir kam es trotzdem zu Störungen – doch dazu mehr im nächsten Abschnitt.
Die Tücken und mögliche Probleme von wirless HDMI
Wie so oft gibt es auch bei wireless HDMI auch eine Kehrseite: So kann ein bestehendes Wlan empfindlich gestört werden. Diese Erfahrung habe ich selber gemacht. Die Platzierung der wireless HDMI Box ist deshalb vorweg genau zu planen. Damit andere Geräte, die mit dem Wlan verbunden sind, nicht im Weg zwischen jener Box und dem Beamer sind, sondern besser dahinter platziert werden. Ebenso sollte die wireless HDMI Box auch nicht zwischen dem Wlan Router und den damit verbundenen Geräten stehen. Wird dies beachtet, so kann man in der Regel die Störungen eines Wlans weitgehend verhindern. Alternativ stellt man das eigene Wlan von 5 GHz auf 2.4 GHz um.
Es gibt aber noch ein paar weitere Stolpersteine mit wirless HDMI, worauf ich in der folgenden Tabelle eingehe. Dies ist natürlich nur eine stark vereinfachte Gegenüberstellung, die von einer grundsätzlich fachgerechten Installation und einer stabil funktionierenden HDMI-Verbindung ausgeht. Aber die wesentlichen Faktoren beider Techniken werden berücksichtigt.
Gegenüberstellung
Ultra HD mit wireless HDMI
Lange Zeit war Ultra HD wired HDMI vorbehalten. Inzwischen ist dies auch mit wireless HDMI möglich. Allerdings nur bei 30Hz. Für 4K/60Hz braucht es nach wie vor die kabelgebundene HDMI-Variante.
Verbindungsaufbau, Bildstabilität und Gaming
Mit dem verzögerten Verbindungsaufbau bei kabellosem HDMI kann man durchaus leben, sofern sich diese wie bei der Epson Lösung zwischen 10-20 Sekunden bewegt. Tragisch ist das gewiss nicht.
Steht die Verbindung einmal, bleibt sie in der Regel sehr stabil. Aber schon ein kurzes Stehen oder vorbeilaufen vor der Sendebox reicht, damit die Verbindungsqualität abnimmt. Hat man eine ansonsten exzellente Verbindung, kann das Bild stabil bleiben – muss es aber nicht. Ist die Verbindung auch sonst nicht einwandfrei, reisst sie in so einem Fall schnell ab.
Gaming mit geringen Latenzzeiten ist kein Problem, was allerdings nicht auf alle wirless HDMI Produkte zutrifft. Hier muss man sich vorweg im Internet oder beim Händler des Vertrauens informieren.
Störeinflüsse auf Wlan
Ein grosses Problem waren aber die in meinem Fall anfänglich sehr stark auftretenden Störungen meines bestehenden Wlans. Und dies erstaunlicherweise obwohl der WiHD-Standard im 60 GHz Bereich funkt! Da mein Apple TV per Wlan mit dem Internet verbunden ist, war ein schnelles und unterbruchfreies Streaming kaum mehr möglich. Eine Umplatzierung des Apple TV – d.h. hinter die nach vorne sendende wireless HDMI Box – brachte dann glücklicherweise eine enorme Verbesserung. Das Streaming vom Handy aufs Apple TV war aber nach wie vor von gelegentlichen Störungen und Unterbrüchen betroffen: Denn logischerweise sitzt man mit dem Handy vor der Leinwand und somit zwischen Beamer und der wireless HDMI Box.
Mein fazit und die Gründe für den Wechsel zu wired HDMI
Obwohl ich mit der Bildqualität über wireless HDMI sehr zufrieden war und man auch viel positives von den neuen 4K wireless Lösungen liest und hört, habe ich bereits ein halbes Jahr später im August 2016 auf eine kabelgebundene Variante mit einem 20m langen Glasfaser HDMI-Kabel gewechselt. Die Gründe dafür waren:
- Störungen des Streamings vom Handy aufs Apple TV
- Seltene, aber doch hin und wieder auftretende Unterbrüche
- Gewachsener Wunsch, langfristig auf einen Beamer mit nativem 4K zu wechseln und Filme in 4K/60Hz zu erleben.
- Bauseitig bereits vorhandene Einlegerohre zum weitgehend unsichtbaren Einzug eines HDMI-Kabels zum Beamer
Wie man sieht, haben sowohl wireless HDMI und wired HDMI ihre jeweiligen Vor- und Nachteile. Ausgehend von den persönlichen Ansprüchen und den architektonischen Gegebenheiten muss letztlich jeder selbst seine Entscheidung treffen.
Falls man sich in der Plan- und/oder Bauphase eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung befindet, sollte man aber auf jeden Fall die Möglichkeit nutzen, einen Stromanschluss sowie ein M40-Einlegerohr bei den vorgesehenen Plätzen von Beamer und Quellgeräten zu verbauen. Denn damit hat man letztenendes die grösstmögliche Flexibilität.
Schlussendlich kann man durchaus mit beiden Techniken glücklich werden – eine gut geplante Grundinstallation mit hochwertigen Komponenten vorausgesetzt.